Weihnachtsfest mit viel Mundart

Eine neue Stimme, die von Freya Casey, begeistert die Gäste bei der Weihnachtsfeier der Altenhilfe im Nordwestzentrum. Eine gute Nachricht gibt es auch: Entertainer Karl Oertl, der die Weihnachtsfeier seit über zehn Jahren organisiert, macht weiter.

Die Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe hielt für Renate Ari eine Überraschung bereit. Mit ungläubigem Gesicht tauschte sie sich über das Bühnenprogramm aus. „Diese Stimme, unglaublich, wie reines Kristall! Das hat so gutgetan“, sagte die 69-Jährige gerührt. Die aus einer Opernfamilie stammende Rentnerin fand, so etwas Schönes habe sie seit langer Zeit nicht mehr gehört.

Dem stimmten auch weitere Gäste zu, die zur Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe ins Bürgerhaus im Nordwestzentrum gekommen sind. Begeistert hat sie Freya Casey mit ihrer Interpretation von Schuberts „Ave Maria“. Es war der erste Auftritt der Sopranistin aus Sachsenhausen auf der traditionsreichen Feier im Bürgerhaus.

Zur Bühnenshow eingeladen hatte sie der Entertainer Karl Oertl, der die Weihnachtsfeier seit über zehn Jahren organisiert. Seit zwei Jahren bereitet er das dreistündige Programm gemeinsam mit dem Karnevalsverein „Die Krätscher“ vor. Die Mitglieder der Damengarde des Vereins hatten den Festsaal weihnachtlich mit Sternen, Tannen und einem Lichternetz dekoriert.

Oertl hat sich bewusst für die Zusammenarbeit entschieden. Den Vereinsvorsitzenden Günter Petzschner kennt der Frankfurter durch die gemeinsame Leidenschaft für den Karneval. „Die Krätscher haben eine tolle Seniorenarbeit und setzen das um, was die Ziele der Altenhilfe sind – alte Menschen nicht alleinzulassen“, lobte Oertl.

Bescheiden gab sich hingegen der Vorsitzende der Krätscher: „Wir treten in ziemlich große Fußstapfen.“ Karl Oertl habe ihnen eine „gute Vorlage“ gegeben, auf der sie künftig aufbauen könnten, um den durch die Altenhilfe unterstützten Senioren ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten.

„Ans Aufhören denke ich aber noch lange nicht“, sagte Oertl und bewies das gleich mehrfach auf der Bühne. Mit selbst gedichteten Sprechgesängen parliert der Unterhaltungskünstler mal mit Selbstironie, mal mit heimatlicher Nostalgie über das Frankfurterische. Dabei werden die Gäste nicht nur mit Anekdoten über die Entstehungsgeschichte des Apfelweins aufgeheitert, sondern auch mit Klamauk, etwa über die Relativitätstheorie des Gerippten.

In feinstem Hessisch gab es für die in Frankfurt verwurzelten Gäste der Altenhilfe auch von Benny Maro einiges zu hören. Bekannte Schlager und Weihnachtslieder hatte der Sänger aus Zeilsheim zu lustigen und lobenden Hymnen auf die Ebbelwei-Kultur umgeschrieben. Für die rund 250 Rentner im Publikum gab es dabei nicht nur einiges zu lachen, sondern beim Ohrwurm „Frankfurt ist mein Paradies“ auch zum Mitsingen.

Eine Steigerung erfuhr der Spaß nur noch durch die Blaskapelle unter der Leitung von Jürgen Tauber. Mit dem Weihnachtslied „Jingle Bells“ animierten die Musikanten die Gäste zu rhythmischem Klatschen. Einige Rentner ließen sich sogar zum Tanzen mitreißen. Vielen Gästen war das Orchester noch gut in Erinnerung geblieben, nachdem es vor zwei Jahren bereits für festliche Stimmung gesorgt hatte.

Um dem Programm ein gebührendes Ende zu geben, lud Oertl die Solisten Freya Casey und Benny Maro erneut auf die Bühne. Im Duett sangen die beiden „Alle Jahre wieder“.

Für heitere Gesichter im Publikum sorgten zwei als Engel verkleidete „Krätscher“. Die Kinder aus der Jugendgruppe „Sweet Diamonds“ lasen ein Weihnachtsgedicht von Karl Oertl vor und verkündeten den Rentnern der Altenhilfe ein frohes Fest.