WM mit neuem Fernseher

Walter P. freut sich über die Unterstützung durch die FR-Altenhilfe. Seit einem Schlaganfall kann er nicht mehr oft sein Heim verlassen. Der Fernseher ist daher als Fenster zur Welt für ihn wichtig. Mit dem Geld von der FR-Altenhilfe kann er sich einen neuen kaufen.

Im Viertel heißt der eckige Bau, in dem Walter P. seine Wohnung hat, nur „das Mumienheim“. In dem Haus im nördlichen Fechenheim wohnen ältere Menschen, die regelmäßig einen Ansprechpartner brauchen. Jeden Vormittag steht ihnen eine erfahrene Mitarbeiterin zur Seite, wenn es um „Schriftkram“ geht, wie Walter P. das nennt. Betreutes Wohnen heißt das Ganze im Fachjargon.

Nach einem Schlaganfall im vergangenen Jahr ist der 70-jährige Maschinenschlosser nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs. Er freut sich, wenn er von einem Nachbarn zum nächsten Supermarkt mitgenommen wird, obwohl der „nur etwa zehn Minuten“ entfernt ist. So muss P. viel Zeit in der kleinen Wohnung verbringen. „Den ganzen Tag auf der Couch sitzen und Kreuzworträtsel lösen“ – das kann es doch nicht sein, meint der 70-Jährige.

Der Fernseher hat daher eine zentrale Bedeutung im Tagesablauf eingenommen. Mit Nachrichtensendungen wie der Hessenschau hält sich Walter P. auf dem Laufenden. Er guckt sich aber „auch gern mal einen Film“, vor allem aber Sportsendungen an. Boxen und Fußball sind seine Lieblingssportarten. Von der Frankfurter Eintracht hält er nicht viel, nennt sie eine „launische Diva“. Er stamme aus dem Ruhrgebiet, „da kann ich doch kein Eintracht-Fan sein“. Das Herz von P. schlägt für Borussia Dortmund.

In Duisburg ist er aufgewachsen. Dort hat er seine Lehre gemacht, bevor ihn der Beruf ins hessische Gießen verschlug. In Gießen hat P. geheiratet, vier Mädchen kamen zur Welt. Seit etwa fünfzehn Jahren lebt er von seiner Frau getrennt. Die beiden telefonieren aber noch täglich – etwa um sich über die Enkel auszutauschen.

Ägypten, Libyen, Iran, Irak: „Ich bin überall herumgeturnt.“ Ersparnisse gibt es keine. „Wir haben mal versucht, ein Haus zu kaufen“, sagt er nur. In die Rentenversicherung hat P. wenig eingezahlt. „Früher hat man ja viel auf die Hand gearbeitet, nicht so offiziell über Lohnsteuerkarte.“ Das Ergebnis ist, dass Walter P. von der sogenannten Grundsicherung leben und mit 318 Euro im Monat klarkommen muss.

Freude auf Flachbildschirm

Ob das gelingt? „Manchmal ja, manchmal nein.“ Doch wenn wie jetzt der alte Fernseher den Geist aufgibt, hat der 70-Jährige schlechte Karten. Deshalb freut er sich auf die Oster-Beihilfe der FR-Altenhilfe. Die werde in ein neues Gerät investiert. „Ich möchte mir gern einen Flachbildschirm kaufen.“ Der würde genau in eine Aussparung im Regal passen. Derzeit steht dort in der Ecke eine Leihgabe des Hauses, „auch schon eine alte Schüssel. Aber besser als nichts.“ Auf dem geborgten Fernsehapparat steht ein goldgerahmtes, kitschiges Porträt eines bärtigen Försters.

Walter P. will nicht über Geschmack streiten. Über seiner Couch hängt ein Poster von Picassos „Schlafender Frau“. Beide Bilder stammen aus den Nachlässen von Mitbewohnern, die im Mumienheim verstorben sind.