Mit wenigen Worten umreißt Kuno P. sein Leben. „Hobby und Arbeit.“
Als gelernter Maschinenbauer hat er verschiedene Arbeitsstellen im Rhein-Main-Gebiet absolviert, sein berufliches Dasein vorwiegend dem Geheimnis der Mechanik gewidmet.
Heute wohnt der 1957 geborene Mann noch immer in seinem Heimatbezirk Gallus, wo er jede Ecke und viele Weggefährten kennt. „Ich habe zu wenig für die Alterssicherung getan“ – von der Rentenzahlung nebst Grundsicherung bleiben monatlich rund 450 Euro übrig.
Umso begeisterter ist der bekennende Gallus-Fan von den Möglichkeiten der Altenhilfe und nennt die seit 2023 gewährte Unterstützung einen „warmen Regen“, der das Leben angenehmer mache. „Ich kann Lebensmittel kaufen, die normalerweise nicht drin sind.“
Beim Thema Gesundheit bleibt der 67-Jährige eher wortkarg, erwähnt „Lungenkrebs, Chemotherapie“. Auch seine Lebensgefährtin habe mit der tückischen Krankheit zu kämpfen.
Beide sind in den späten 1960ern groß geworden, haben den Geist des „Aufbruchs“ als existenzielle Richtschnur durch die Zeiten gerettet. In einer Frankfurter Punkrock-Band spielte Kuno P. die E-Gitarre, erlebt ein Jahrzehnt voller Sessions und Auftritte.
Zum musikalischen Repertoire gehören auch psychedelische und experimentelle Stücke. „Kennen Sie noch die Szene-Clubs Logo oder Aqua?“ – Es sind unvergessliche, tolle Jahre.
Nebenbei werden die Arbeitsstellen gewechselt, führt der Weg vom Ausbildungsbetrieb Teves und anderen Metallbau-Firmen in das Frankfurter Schauspielhaus mit dessen Intendanten Rühle, Doll und Eschberg. Kuno P. wird als Bühnentechniker Zeuge des „stetigen Niederganges“, der „Einsparungen auf allen Ebenen“.
Eine Phase als „Freischaffender“ folgt nach der Theater-Ära, schließlich der Gang ins Rentnerdasein. „Gesundheitlich war Schluss.“
Bewährte Bekanntschaften wollen weiterhin gepflegt sein. Er sei in seinem Quartier gut eingebunden, sagt der 67-jährige Vater einer Tochter. Auch die Liebe zur Gitarre hat er nicht verkümmern lassen. Für sich und zu Hause spiele er nun aber „eher blueslastige Sachen“.
Derzeit lege er Geld für eine neue Gitarre beiseite. Gefragt nach dem, was ihm am meisten Freude bereite, antwortet Kuno P. ohne zu zögern: „Dass ich noch lebe.“ Olaf Velte