Isabelle Walther (stehend) mit Gästen im Praunheimer Begegnungszentrum. (Bild: Christoph Boeckheler)

Wie entspannt! 28 Grad, Sonne und eine angenehme Brise. Ein lauer Nachmittag.

Besser könnten die Voraussetzungen im Stadtteil Praunheim nicht sein. Hier fand am Donnerstag das alljährliche Nachbarschaftsfest des Begegnungszentrums Praunheim statt.

Das Begegnungszentrum ist eine Anlaufstelle für Mieter:innen der Nassauischen Heimstätte, aber auch für alle anderen, die im Umfeld der Einrichtung wohnen. Ein Stadtteiltreff eben. Auch in diesem Jahr unterstützt die FR-Altenhilfe das Fest finanziell. Und Unterstützung brauche es, erzählt Isabelle Walther. Sie leitet das Begegnungszentrum.

So sei das Grillgut zu einem günstigen Preis und selbstverständlich ohne Durchbrechung der Kühlkette von der Metzgerei Dürr gekommen. Die Kuchen stammen von der Bäckerei Huck. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer habe man auch schnell gefunden – über eine Anzeige bei der Freiwilligenagentur des Bürgerinstituts Frankfurt, berichtet Walther.

Michael Bayer, kommissarischer Chefredakteur der FR, freut sich über die Gelegenheit. „In Praunheimer Seniorenwohnanlagen leben viele Menschen, die mit einer kleinen Rente oder Grundsicherung auskommen müssen. Das Fest ist ein Zeichen dafür, dass soziale Teilhabe auch mit knappen Mitteln möglich ist. Die FR-Altenhilfe freut sich sehr, dies mit ermöglichen zu können“, so Bayer.

„Ohne diese Unterstützung und die Unterstützung der FR-Altenhilfe wäre das Fest in der Form gar nicht möglich“, sagt Isabelle Walther. Mithilfe der FR habe man das Musikprogramm finanzieren können, was einen guten Eindruck beim Publikum hinterließ.

Die „4 Freunde“ hatten bekannte Klassiker dabei, von Heino bis Johann Strauß. Sofort wurde mitgeklatscht und mitgesungen, während die Sänger vom Klavier begleitet wurden. „So schön haben sie gesungen“, erzählt eine Anwohnerin.

Wem die kräftigen Stimmen vielleicht zu eindrucksvoll waren, suchte sich draußen im Schatten einen ruhigen Ort zum Gespräch. So wie Joachim Krawczyk, der mit Seamak Mollamohamadi zusammensaß. Krawczyk veranstaltet hier im Sommer donnerstags Schachspiele, auch für Nichtbewohner:innen.

Mollamohamadi hat dazu ein Plakat in der Asylunterkunft gesehen und dachte sich: „Ich nutze die Gelegenheit.“ Der Lehramtsstudent ist froh über die Möglichkeit. Auch Krawczyk ist froh. „Ich habe jetzt einen neuen Mitspieler“, sagt er. Und dieser verspricht auch, in der kommenden Woche wiederzukommen.

Eine Institution ist Charlie von Praunheim, wie sich ein Bewohner vorstellt. Seit 2011 lebt der 88-Jährige in der Einrichtung, erzählt er, während er ganz selbstverständlich Tische abräumt. Er organisiert unter anderem Skatspiele, die auch schon einen deutschen Jugendmeister hervorgebracht haben sollen. So wie Charlie gilt auch die FR-Altenhilfe hier als Institution. Sie war hier schon immer dabei, sagt er.

Kaum wird im Garten das Glücksrad eröffnet, stehen die Menschen auch schon Schlange. Verlieren kann niemand. Wer am Rad dreht, kann auf Rot, Gelb oder Grün landen. Oder auf dem Joker. Jedes dieser Felder bedeutet einen kleinen Sachpreis. Und generell: Wer an diesem Nachmittag im Begegnungszentrum war, hat sowieso schon gewonnen. Baha Kirlidokme