Bild: Michael Schick

Maja F. geht es langsam besser. „Nach der Krebsoperation war es schwer“, erzählt die Frau, die 1954 im Saarland auf die Welt gekommen ist und seit einigen Jahrzehnten in Frankfurt-Rödelheim lebt.

Regelmäßig komme eine Haushaltshilfe in ihre Zweizimmerwohnung, ansonsten lebe sie weitgehend selbstständig. Und, nun ja, sie komme gerade so über die Runden. Das Altersgeld der 71-Jährigen beträgt rund 650 Euro und wird durch die Grundsicherung aufgestockt.

Nach Abzug laufender Kosten bleiben pro Monat knapp 400 Euro, die größtenteils in Nahrungsmittel investiert werden. Ohne die Zuwendungen der seit 2024 gewährten Altenhilfe hätte die Seniorin kein Bett, das ihrem heutigen Zustand gerecht wird. „Purer Luxus für mich!“

Gespartes Geld habe sie dafür auch eingesetzt. „Ach, die Altenhilfe entlastet mich sehr.“

Es ist ein bescheidenes, stilles Dasein, das Maja F. führt. Zuweilen telefoniert sie mit Sohn und Enkelin, manchmal geht sie mit einer guten Bekannten spazieren.

Dass ihr „Hundchen“ – „den hatte ich 13 Jahre lang“ – vor wenigen Wochen verstorben ist, schmerzt sie ungemein. „Alles ist dadurch weggebrochen“, sagt sie unter Tränen. Das Glück einer langen Vertrautheit, der prägend-alltägliche Rhythmus.

Der Alltag mit seinen festen Ordnungen bestimmt auch das saarländische Elternhaus. Der Vater ist Handwerker, die Mutter bereitet ihre Tochter auf eine Existenz als Haus- und Ehefrau vor. „Du brauchst keine besondere Ausbildung – so hieß es immer.“

Maja F. absolviert aber eine Lehre zur Textil-Fachverkäuferin, will aus ihrer Zukunft „mehr machen“. Um freier entscheiden zu können, zieht sie in den 1980er Jahren nach Frankfurt.

Trotz einer Weiterbildung bleibt die mittlerweile verheiratete Frau im erlernten Beruf und im Einzelhandel. Ihr Mann stirbt früh, der Sohn wächst vaterlos auf. Arbeitslose Phasen und Teilzeitjobs wechseln sich ab.

In einem Eschborner Modegroßhandelsbetrieb erlebt Maja F. einen beruflichen Neuanfang, der sie jubilieren lässt. Mit einer veränderten Führungskultur geht dann aber schließlich auch ihre Entlassung einher. „Das war schlimm.“ Sie ist 50 Jahre alt und ohne Perspektive.

Die Unterstützung der Altenhilfe soll diesmal ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen. Der Sohn ist zum gemeinsamen Essen eingeladen, und Maja F. kann auch der Enkelin etwas schenken.

Aber die 71-Jährige hat noch einen großen Wunsch, den sie zaghaft äußert: „Gerne mal verreisen, mal raus aus der Wohnung.“ Urlaub ist ihr eine ferne Erinnerung an bessere Zeiten. „Und wenn es nur eine kleine Städtereise wäre.“ Olaf Velte