Die Frankfurter Rundschau und die FR-Altenhilfe trauern um Hans-Dieter Klein. Der langjährige Anzeigenleiter und Vorsitzende der Altenhilfe ist nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
Hans-Dieter Klein, den alle stets H.-D. riefen, wurde 73 Jahre alt. Im Sommer erst hatte er den Vorsitz der Altenhilfe an die neue FR-Chefredakteurin Sabrina Hoffmann übergeben.
Die Alten- und Weihnachtshilfe der FR ist seit 1978 ein eigenständiger Verein. Mit der FR teilt sie sich das Gebäude und das ehrenamtlich aktive Vorstandspersonal. Zwölf Jahre war Klein im Vorstand, neun als Vorsitzender.
H.-D. Klein war ein Mensch, der nicht tatenlos zusehen konnte. Frühere Weggefährten erinnern sich an seine Hilfsbereitschaft und direkte Art. Er sei auf der Party nicht zu übersehen oder -hören gewesen, zumal er beim Aufbau mitanpackte und beim Abbau ebenfalls. Überdies habe ihn sein Gerechtigkeitssinn ausgezeichnet.
H.-D. Klein sei zuweilen sehr direkt gewesen. Aber er war ein verbindlicher Typ, kämpfte mit offenem Visier. Sehr herzlich, einer, der Jahre später noch den Kontakt zu seinen Teammitgliedern hielt. Klein war 1992 vom Handelsblatt zur Rundschau gewechselt. Als Leiter der Anzeigenabteilung hatte er genug zu tun, bald auch bei der Altenhilfe.
Im grünen Nikolaus-Kostüm sammelte er auf der Zeil Spenden und übernahm mit der Zeit immer mehr Aufgaben: Musikanlagen organisieren, Zelte ausleihen. Helfen, wo Not war. Ganz im Sinne von Karl Gerold, dem FR-Verleger, der bereits 1949 die Leserschaft zum Spenden für die ältere Generation ermuntert hatte.
Auch bei der FR duckte sich H.-D. Klein nicht weg, wenn es um neue Aufgaben ging. Er hat alle Modernisierungsprozesse mitgestaltet: die Umstellung von Großrechnersystemen auf PCs, die Digitalisierung. 2008 fasste die FR Grafik, Layout, Bild, technische Redaktion und Produktionssteuerung in einer eigenen, selbstständigen Einheit zusammen. Mit H.-D. Klein erhielt die Tochtergesellschaft FR-Design einen Geschäftsführer, der offen für technische Neuerungen war. Der nach Feierabend zu Hause an der Modelleisenbahn weiterbastelte.
Die Insolvenz des Druck- und Verlagshauses 2012 setzte ihm zu. Klein verabschiedete sich in den Ruhestand. Nur um wenig später bei der Altenhilfe durchzustarten. Ein absoluter Netzwerker sei er gewesen, erinnern sich die Mitstreitenden im Verein. Er habe die Geschäftsführermentalität und das Sozialbewusstsein perfekt kombiniert. Hat unzählige Spenden akquiriert, trotz immer weniger Leserschaft bei der FR die Spendensummen auf konstant hohem Niveau gehalten.
Ohne ihn sähe die Altenhilfe heuer anders aus, da ist man sich sicher. Was ihn im Berufsleben kennzeichnete, brachte er auch bei der Altenhilfe ein: klare Prinzipien. Klein war nicht immer Diplomat, er war sich nicht zu fein anzuecken. Aber: Man konnte sich zu 100 Prozent auf ihn verlassen.
In Gesprächen redete er Tacheles und wusste stets, dass der Erfolg der Altenhilfe vorrangig an den vielen privaten Spenderinnen und Spendern lag. Stets zeigte er Demut vor dieser Spendenbereitschaft. Die FR-Altenhilfe war ihm ein Herzensanliegen.
Als sich 2024 partout niemand für den Vorsitz finden wollte, kehrte H.-D. zurück, obwohl die Gesundheit damals schon schwankte. Doch die Spendenaktion im Stich zu lassen, kam für ihn gar nicht infrage.
In der Fischbacher Fastnacht war Klein ebenfalls aktiv. Er war auf und hinter der Bühne zu finden, packte an, wo es nötig war. Als Lesepate setzte er sich in der Schule am Ort ein.
Es ist stark anzunehmen, dass H.-D. Klein im Jenseits einen Verein gründen oder Jubiläumsfeiern organisieren wird.
George Grodensky, Steven Miksch