Die Vorstandsvorsitzende der Carls-Stiftung, Ulrike Söffing, mit dem Scheck für die FR-Altenhilfe. (Bild: privat)

Die FR-Altenhilfe freut sich im Jahr 2020 über eine Spendensumme von 1.240.865 Euro.

Selten hat sich Hans-Dieter Klein so darüber gefreut, mit einer Prognose dermaßen falsch gelegen zu haben wie diesmal. Ende Oktober hatte der Vorstandsvorsitzende der FR-Altenhilfe im Interview erzählt, er befürchte, dass im Corona-Krisenjahr wahrscheinlich viele Menschen bedingt durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit weniger spenden könnten.

Aber das Gegenteil ist eingetroffen. Denn zum Jahresabschluss am 31. Dezember 2020 lag der Spendenstand bei insgesamt 1.240.865 Euro. „Das ist absoluter Spitzenrekord. So viel wurde noch nie seit der Gründung der FR-Altenhilfe im Jahr 1949 gespendet“, betont Klein. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es 1.070.537 Euro.

„Ich möchte mich bei allen Spenderinnen und Spendern, meinem FR-Altenhilfe-Team, das viele Überstunden gemacht hat, aber auch bei der FR-Redaktion für ihre Geschichten über die vielen Schicksale der armen Menschen sehr bedanken“, sagt Klein. „Und zwar auch im Namen der Bedürftigen.“ Denn an der Altersarmut habe sich in Corona-Zeiten nichts geändert.

Bereits im Oktober waren so viele Anträge von bedürftigen Seniorinnen und Senioren, die von Altersarmut betroffen sind, eingegangen, dass bis Ostern ein Aufnahmestopp gilt. Die Warteliste ist lang. Aktuell hat die FR-Altenhilfe 1032 Empfänger, darunter sind 87 Ehepartner. Einzelpersonen bekommen an Ostern und an Weihnachten jeweils 350 Euro, Ehepaare jeweils 500 Euro.

„Sie können sich davon Dinge kaufen, die für uns selbstverständlich sind, die sie sich aber ohne die Spenden nicht leisten könnten“, sagt Klein. „Das können neue Töpfe, ein neuer Pulli oder eine neue Matratze sein.“ 90 Prozent der Spenden kämen von Privatpersonen. Eine Frau war 2020 besonders großzügig und bedachte die FR-Altenhilfe mit 10.000 Euro.

Viele Spenderinnen und Spender sagten, sie könnten diesmal mehr Geld als üblich geben, weil sie nicht mit ihren Familie verreisten und das gesparte Geld spenden wollten. Aber auch Stiftungen und Banken zeigten sich großzügig. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt die Carls-Stiftung die FR-Altenhilfe. Davor half sie ihr fast 20 Jahre lang über das Unternehmen Tipp-Ex, aus dem die Stiftung hervorgegangen ist.

„Natürlich haben wir auch in diesem Jahr wieder an die Alten- und Weihnachtshilfe gedacht. Für uns eine Institution, die wir gar nicht wegdenken können und wollen“, schreibt Stiftungsmanager Jörg Christmann. 10.000 Euro überreichte die Vorstandsvorsitzende der Carls-Stiftung, Ulrike Söffing, bei der coronabedingt virtuellen Scheckübergabe Ende Dezember.

10.000 Euro kamen auch von der Frankfurter Sparkasse, 20.000 Euro von der Sparda-Bank Hessen und 5000 Euro von der Polytechnischen Gesellschaft. In der Gesamtsumme sind auch Einnahmen aus Bußgeldverfahren (4300 Euro) und aus einem außergewöhnlich hohen Nachlass (92.499 Euro) enthalten.

Die FR-Altenhilfe spendet auch regelmäßig an Projekte und Seniorenheime. „Sobald die Anträge kommen, werden wir sie prüfen“, sagt Klein.

2020 mussten wegen Corona die sehr beliebten Veranstaltungen gegen die Einsamkeit wie die Weihnachtsfeier der Altenhilfe, das Benefizkonzert in der Katharinenkirche und der Schiffsausflug ausfallen. „Wir haben für dieses Jahr schon mal die Katharinenkirche für das Konzert und den Saal für die Weihnachtsfeier im Nordwestzentrum reserviert“, sagt Klein. Der Ausflug auf dem Main sei für August geplant.

„Aber ob die Veranstaltungen zustande kommen, wissen wir nicht. Das hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.“ Kathrin Rosendorff