Jessica Kullmann vom Sozialdienst des Frankfurter Verbands verteilt Gegrilltes. (Bild: Christoph Boeckheler)

Die Sonne scheint auf den Innenhof der Altenwohnanlage in Frankfurt-Seckbach. Hähnchenschenkel brutzeln auf dem Grill, die Bewohnerinnen und Bewohner unterhalten sich angeregt.

Heinrich Hamache haut in die Tasten. Er sorgt für die musikalische Untermauerung des Grillfests. Der 75-Jährige spielt bereits seit 60 Jahren Akkordeon. „Ich war 22 Jahre lang Dirigent des Orchesters der Turngemeinde Bornheim“, sagt Hanache. Die Musik sei noch immer seine große Leidenschaft. „Das Akkordeon hatte ich allerdings schon seit sechs Jahren nicht mehr in der Hand, ist aber wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.“

Es gibt Widerspruch, als Hanache aufhört zu spielen. „Bist du schon fertig?“, fragt eine Bewohnerin erstaunt. „Zugabe!“, ruft ein anderer. Der 75-Jährige erwidert lachend: „Ein Päuschen muss sein, ich bin ja kein Automat.“

Dann bringt ihm Jessica Kullmann einen Teller mit Essen. Sie ist vom Sozialdienst des Frankfurter Verbands und hat das Grillfest gemeinsam mit der Hausleiterin Salma Morabi organisiert. Dazu mussten die Bewohner einen kleinen Eigenanteil zahlen, das meiste wurde von der FR-Altenhilfe finanziert.

Von dem Geld konnten Getränke, Essen, Sitzbänke und Tische gekauft werden. „Wir selbst haben kein Budget, wir sind eigentlich nur für die Beratung da und um Projekte wie diese anzukurbeln“, sagt Morabi. Sie stehe den Menschen, die alle über 60 Jahre alt und sozial bedürftig sind, zur Seite. „Wir bieten zweimal in der Woche Sprechstunden an. Manche beschäftigen Fragen wie: Wie beantrage ich Pflegegeld? Andere kommen einfach vorbei, um zu reden.“

Die Wohnanlage verfügt über 75 Wohnungen, für das Fest haben sich 25 Seniorinnen und Senioren angemeldet. „Das ist mehr, als wir gedacht haben“, sagt Morabi. Es habe hier länger keine Feste oder Zusammenkünfte mehr gegeben. „Das Wohnheim hatte eine ständig wechselnde Leitung, wodurch viele Aktionen eingeschlafen sind“, sagt Kullmann.

Morabi ist seit einem halben Jahr für die Bewohner:innen zuständig. Noch sind nicht alle 25 Menschen auf dem Fest. „Es ist vielleicht noch etwas zu heiß“, bemerkt Morabi, „leider hatten wir kein Geld mehr übrig für Sonnenschirme.“ Hamache lebt bereits seit neun Jahren in der Wohnanlage. Ihm gefällt die Aussicht auf mehr Zusammenkünfte: „Endlich passiert hier wieder was, dank Frau Morabi. Früher gab es viele solcher Treffen, dann lange Zeit nichts.“

Feste wie diese sind wichtig, sagt Kullmann. Dadurch soll die Gemeinschaft gefördert und der Vereinsamung entgegengewirkt werden. „Von Einsamkeit sind gerade ältere Leute betroffen, und das kann an Feiertagen oder bei Hitze gefährlich werden.“ Deshalb sollen Tage wie Weihnachten und der Geburtstag gemeinsam in der Wohnanlage gefeiert werden.

Kullmann und Morabi ist es wichtig, dass es einen Ort für Begegnungen gibt, an dem die Seniorinnen und Senioren miteinander sprechen können. „Viele haben mir gesagt, dass sie einen Ort zum Kennenlernen vermissen“, sagt Morabi. Deshalb entschloss sie sich, das Fest zu organisieren.