Wie im Restaurant bedient werden. (Bild: Renate Hoyer)
Weiß eingedeckte Tische, klirrende Gläser und dampfende Teller. Monika Frensel und Karin Sinniger wird das erste Gericht ihres Drei-Gänge-Menüs serviert, eine Tomatensuppe.
Man könnte meinen, sie säßen in einem Restaurant. Stattdessen ist es das Haus der Begegnung in Eckenheim. Ein Sozialzentrum, das regelmäßig Programme für Seniorinnen und Senioren anbietet. So wurde der Aufenthaltsraum jetzt auch mal zu einem Restaurant umgebaut. Ein ehrenamtliches Team bekocht und bedient die Gäste.
Die beiden Freundinnen haben sich vor einigen Monaten im Begegnungszentrum kennengelernt. Damals war es eine Gesprächsrunde. „Ich weiß noch, wie du mich damals am Ärmel gezupft und mich angesprochen hast“, sagt Frensel. „Und heute sind wir zusammen hier und fühlen uns wohl und jung“, erwidert Singer und lacht.
Das Haus der Begegnung wurde 2025 fünf Mal zu einem Restaurant, das Gleiche solle auch dieses Jahr wieder passieren. Die Idee dahinter: „Menschen sollen beim Essen miteinander ins Gespräch kommen, neue Leute kennenlernen“, sagt Peter Gehweiler, der Leiter für freiwilliges Engagement des Frankfurter Vereins.
Er wolle die Nachbarschaft stärken. „Viele Menschen wohnen im selben Haus und wissen nicht mal den Namen der Nachbarn. Man trifft sich nur mal zufällig im Treppenhaus. Das wollen wir ändern.“
Der Restaurant-Abend findet bereits seit 14 Jahren statt. Seniorinnen und Senioren mit geringem Einkommen können hier für einen Beitrag von vier Euro essen und trinken. Das Projekt wird von der FR-Altenhilfe unterstützt. So kann auch für wenig Geld ein Drei-Gänge-Menü realisiert werden.
Das Programm richtet sich an die Menschen, die in unmittelbarer Nähe wohnen, aber auch Menschen aus anderen Stadtteilen sind willkommen. Sinniger wohnt ganz in der Nähe und freut sich über das Angebot. „Ich gehe auch manchmal in ein richtiges Restaurant, aber da bezahle ich immer mindestens 25 Euro“, sagt die 71-Jährige.
Das Haus der Begegnung sei eine gute Alternative. „Ich war jetzt schon öfter hier und es ist jedes Mal stilvoll und lecker, könnte in einem Restaurant kaum besser sein“, sagt Frensel. Die 83-Jährige ist für den Abend mit der Bahn angereist.
Die Idee, dass dieses Erlebnis zu den Menschen kommt, stamme aus den Niederlanden, sagt Gehweiler. Dort heiße die Aktion „Restaurant von Herzen“. Dass es den Menschen auch hier gefällt, verraten die Zahlen. Jährlich gebe es etwa 60 Teilnehmer und eine Warteliste, dieses Mal meldeten sich sogar 67 Seniorinnen und Senioren an.
Nur wenige Stühle blieben leer. „Vermutlich wegen der Hitze“, sagt Gehweiler. Er würde das Angebot gerne ausweiten, „aber dafür braucht es Geld und Personal“. Frensel und Sinniger genießen den letzten Bissen ihrer Desserts, ehe die Schalen abgeräumt werden. „Schade, dass es schon vorbei ist“, sagt Frensel zu ihrer Freundin. Die erwidert: „Ich bin schon voller Ungeduld für das nächste Mal.“ pran